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Industrie 4.0

Verkettetes Anlagenmodell (Lernfabrik 4.0)

Komplexen Lernfabriken werden von diversen Lernmittelherstellern angeboten und könnten sofort fix und fertig konfiguriert geliefert werden. Viele Berufliche Schulen, die sich eine Lernfabrik „von der Stange“ gekauft haben können diese nicht für die Berufsausbildung auf Grund der Komplexität einsetzen.

Da die HSS jedoch ihren Schwerpunkt in der dualen Berufsausbildung und der damit verbundenen Grundlagenbildung hat, ist die Lernfabrik dementsprechend konzipiert. Sie verzichtet darum weitgehend auf komplexe Systeme. Aus diesem Grund ist die an der HSS konzipierte Lernfabrik größtenteils eine Eigenkonstruktion.

Anlagenbeschreibung

Bei der Anlage, welche die HSS realisieren möchte handelt es sich um ein automatisiertes Versandlager. Bei der Frage nach: „Was wird versendet?“ spielt ebenfalls die berufliche Grundausbildung an der HSS eine entscheidende Rolle. Bereits seit mehreren Jahren besteht an der HSS ein Konzept im Werkstattunterricht in den Metallberufen. In diesem Konzept erarbeiten sich die Auszubildenden handlungsorientiert die wichtigsten mechanischen Bearbeitungstechniken wie beispielsweise Drehen, Bohren und Fräsen durch das Projekt „Schreibtischset“.

Dieses Set besteht aus einem Geometriedreieck, einem Klebefilmroller, einem Radiergummi sowie einem Kugelschreiber. Die an der HSS selbst gefertigten Teile werden in der Lernfabrik zunächst gelagert und nach einer Onlinebestellung zu einem individuellen Set zusammengestellt, verpackt und gelabelt.

Das Hochregal ist als sogenanntes Rollendurchlauflager konzipiert. Das heißt, dass es von hinten (in der Abbildung oben von rechts) manuell bestückt wird. Durch ein leichtes Gefälle rollen die Werkstücke nach vorne, so dass diese später von der Entnahmeeinrichtung entnommen werden können.

Initiiert ein Kunde nun online eine Bestellung holt die Entnahmeeinrichtung die gewünschten Einzelteile, die in Werkstückträgern liegen, aus dem Hochregal und legt diese auf eine Förderstrecke.

Die gewünschten Komponenten werden anschließend auf dem Werkstückträger bis zu einem Industrieroboter transportiert. Dort werden diese aus dem Werkstückträger herausgenommen und für die Verpackung vorbereitet. Die leeren Werkstückträger werden weiter transportiert, so dass diese wieder neu befüllt werden können.

Die Verpackungsmaschine ist eine sogenannte Skinningmaschine. Die zu verpackenden Einzelteile wurden dazu vom Industrieroboter auf einem luftdurchlässigen Karton platziert. Mittels Vakuum wird anschließen eine erwärmte, nahezu flüssige, Kunststofffolie über die Einzelteile gezogen.

Da bei der Onlinebestellung die Kontaktdaten hinterlegt werden müssen, erfolgt nach Fertigstellung des Skinningprozesses ein automatisierter Ausdruck des Versandlabels.