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Digitales Lehren und Lernen ist an der Heinrich-Schickhardt-Schule auch in den Werkstätten bereits Normalität.

Digitale Lernmethoden bereits Alltag an der Heinrich-Schickhardt-Schule

Gut die Hälfte der Schülerinnen und Schüler mit eigenem Tablet ausgestattet / Neues Berufsfeld gestartet

Während immer mehr Schulen im Land sich langsam ins digitale Neuland vorwagen, ist an der Heinrich-Schickhardt-Schule (HSS) digitaler Unterricht bereits gelebte Normalität. Als die Schule vor sechs Jahren mit einer Tabletklasse am Technischen Gymnasium (TG) als Pilotprojekt startete, war noch nicht abzusehen, dass im aktuellen Schuljahr bereits rund 530 Schülerinnen und Schüler, und damit knapp die Hälfte der 1300 Lernenden, mit ihrem eigenen Tablet am Unterricht teilnehmen würden.

Neben der technischen Infrastruktur musste seinerzeit auch ein pädagogisches Konzept erarbeitet werden, um durch den Einsatz der Tablets einen Mehrwert entstehen zu lassen. Die aufwendige Technik und professionelle Pädagogik wurden hierbei nicht nur von Lehrerinnen und Lehrern der HSS eigenständig entwickelt, sondern auch vielfach weitergeben. Vertreter von Schulen, Hochschulen sowie Ausbilder von Unternehmen aus dem Land, aber auch aus Bayern und der Schweiz sowie Vertreter des Regierungspräsidiums haben sich bereits vor Ort über den seit Jahren weitgehend papierfreien Unterricht an der HSS informiert.

Auch im Fachbereich Metall wird seit dem aktuellen Schuljahr digital gelehrt und gelernt: Zwei Parallelklassen im ersten Ausbildungsjahr zum Industrie- bzw. Feinwerkmechaniker wurden in enger Kooperation mit den jeweiligen Ausbildungsbetrieben mit Tablets ausgestattet.

Dass der Einsatz von Tablets zum Erfolgsmodell an der HSS wurde, ist der vorausschauenden, intensiven Vor- und Weiterarbeit im Bereich der schulinternen Pädagogik und Technik zu verdanken. Denn das Lernen mit Tablets muss sinnvoll sein und einen erheblichen Mehrwert gegenüber dem zuvor gewohnten Lernen darstellen, auch um die Kosten und den Aufwand der Geräteeinführung rechtfertigen zu können.

So gestaltet sich das Lernen mit Hilfe von Tablets an der HSS, anders als der Einsatz dieser Geräte an anderen Schulen, im Sinne eines fächerübergreifenden und vielfältigen digitalen Lernens und Lehrens, bei dem die Schüler/-innen auf das Arbeiten mit digitalen Werkzeugen im Berufs- und Studienalltag ideal vorbereitet werden. Denn das digitale Klassenzimmer mit interaktiven Tafeln ermöglicht auch das interaktive Arbeiten im Team. So ist gemeinsames Lernen zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich.

Die Unterrichtsmaterialien werden von den Lehrkräften, auch durch die Unterstützung von erfahreneren Kollegen, immer mehr auf den digitalen Lernweg ausgerichtet und somit motivationsfördernder und individueller einsetzbar. „Seit der Einführung der Tablets und der technischen Möglichkeiten der Lernplattform entwickeln die Lehrerinnen und Lehrer wesentlich mehr gemeinsam neue Unterrichte und tauschen Ihr Wissen aus“, so Peter Stumpp, Schulleiter der HSS.

Durch das Lehrer-Schüler-Forum innerhalb des Digitalen Klassenzimmers wird zusätzliche individuelle Förderung und modellhafte sowie ansprechendere Zugänge zu Lernmaterialien ermöglicht. Für die Umsetzung des Tablet-Unterrichts erhielt die Schule zudem die MINT-Auszeichnung „Digitale Schule“ und wurde zum Gewinner des Wettbewerbs Smartschool 2018 der IT-Banchenverbands Bitkom.

Auch weitere Projekte in Zusammenhang mit der Digitalisierungsoffensive sind an der HSS momentan in der Durchführung: So wird in Profil „Technik und Management“ am TG die Branchensoftware SAP eingeführt, mit der die Schülerinnen und Schüler betriebliche Abläufe in einem Unternehmen vom Einkauf über die Produktion bis zur Rechnungserstellung simulieren können.

Das derzeitige Großprojekt ist jedoch der Aufbau eines Labors zur Vermittlung der Unterrichtsinhalte, die unter dem Begriff „Industrie 4.0“ zusammengefasst werden. Mitten in der HSS entsteht eine kleine Fabrikanlage, die von Lehrern der HSS eigenständig konzipiert und aufgebaut wird. Die am Projekt beteiligten Lehrer haben sich bei Lehrmittelherstellern verschiedene Anlagen und Konzepte angeschaut, jedoch kein System gefunden, das den Bedürfnissen der HSS gerecht wird. „Wenn man jede Schaube selbst angezogen, jedes Kabel selbst angeschlossen und jede Codezeile selbst programmiert hat, dann kann man dieses Wissen optimal an die Schülerinnen und Schüler weitergeben,“ so die einhellige Meinung der involvierten Lehrkräfte.